Zertifikate

Die Deutsche Dermatologische Akademie (DDA) - eine Dachorganisation von BVDD und DDG - bietet schon seit > 10 Jahren Zertifikate zum Kompetenznachweis in den 2 Bereichen Ästhetik und für Laserdermatologie an. Jetzt hat die DDA eine größere Zahl weiterer Zertifikate auch für andere Kompetenzbereiche unseres Faches definiert.

Warum Zertifikate?

Patienten, Kassen und Medien fragen: wo finde ich einen kompetenten Arzt für ein Spezialproblem oder eine Teilbereich unserer Faches oder werfen gar vor, wir Ärzte seien in vielen Bereichen nicht nachweislich qualifiziert. Hier hilft ein Zertifikat, das viele erworben haben und das von seriöser Stelle - der DDA - ausgestellt und kommuniziert wurde, erheblich weiter.
Diese haben Bedeutung in rechtlicher Sicht, Kostenerstattung, Marketing und vor allem als Kompetenznachweis. Neben Facharzt - und Zusatzbezeichnungen der Ärztekammern gibt es eine Fülle von Spezialkenntnissen, die mit den offiziellen Titeln nicht abgebildet werden. Zertifikate der DDA ermöglichen dies jedoch. Qualifikationen sollen besser sichtbar gemacht werden, dazu dient deren Darstellung im Internet wie auf der DDA Webseite. Nicht zuletzt hat ein solcher Kompetenznachweis auch Bedeutung bei juristischen und besonders bei Haftungsfragen evtl. auch bei Kostenübernahmen. Gerade in der Öffentlichkeitsarbeit ist solche ein Nachweis individuell wie auch für die Fachgruppe von Bedeutung.
Zertifikate setzen voraus, dass in Curricula festgelegt wird, welche Kenntnisse überhaupt dafür nötig sind. Dies alleine ist ein berufspolitisch bedeutsamer Schritt: wir bestimmen selbst was notwendig ist und überlassen es nicht fachfremden Verwaltungen. Der zweite Schritt ist dann unserer Fachgruppe qualifizierte Fortbildung auf Basis dieser Curricula  zu Spezialthemen anzubieten. Da sich das Wissen je nach Thema alle 5 - 10 Jahre verändert , ist ein Zertifikat aber auch nur glaubhaft, wenn es aufgefrischt wird, es kann also nicht ewig gelten.
Die DDA-Zertifikate setzen Facharztwissen und die Anerkennung als Facharzt/-ärztin für Dermatologie/Venerologie grundsätzlich voraus. In begründeten Einzelfällen können für andere Facharztgruppen auf Antrag und bei bestehender Mitgliedschaft in der DDA Ausnahmen vom Präsidenten bzw. Kuratorium beschlossen werden.
Schon vor Jahren wurden für die neuen Gebiete "Dermatologische Lasertherapie" und "Medizinische-dermatologische Kosmetologie" Zertifikate geschaffen, die durch die Teilnahme an entsprechenden Weiterbildungen erworben werden konnten. Diese gilt es nach nunmehr 10 Jahren aufzufrischen. Dazu können Belege der Teilnahme an den entsprechenden Tagungen dienen.
Dazu werden nicht immer zusätzliche Komplettveranstaltungen notwendig, sondern Inhalte für den Erwerb der Zertifikate sollen in Zukunft modulartig auch und gerade auf bestehenden Tagungen gesammelt werden können.
Die Qualität unserer Versorgung hängt nicht nur vom Arzt alleine ab, sondern auch vom Kenntnisstand seiner Mitarbeiter(innen). Je besser dieser ist, umso effizienter gestaltet sich der Praxis- und Klinikalltag. Auch für unsere Mitarbeiter(innen) in Praxis und Klinik sollen nun solche Qualifikationsnachweise erstellt werden, alleine schon um Einarbeitungen neuer MFA‘s oder Schwestern die aus anderen Fachrichtungen kommen oder in Ausbildung sind effizient zu gestalten. Inzwischen sind mehrere Curricula für neue Zertifikate entwickelt worden:

Zertifizierung Psoriasis

Mitglieder der Psoriasisnetze und andere, die regelmäßig im Themenbereich Psoriasis Weiterbildungen besuchen, sollen dies gegenüber Öffentlichkeit, also Patienten, Kassen und anderen Fachgruppen nachweisen können. Wichtig beispielsweise bei Regressverhandlungen. Nötig: Nachweis Fortbildungen, Bestimmte definierte Basisausrüstung. Zertifikat zu 150  € gültig für 5 Jahre wird von den Netzen getragen. Ein Curriculum wurde von Dr. Maaßen und Prof. Augustin erstellt.

Zertifizierung Dermatoskopie/Auflichtmikroskopie

Ein Curriculum von den Autoren Kreusch, Blum et al liegt vor, gilt 5 Jahre, 150  €.
Betreuung durch Dr. Kreusch

Zertifizierung Tropendermatologie

Ein erstes Grundseminar fand bereits statt, weitere sowie Aufbauseminare werden angekündigt, teilweise direkt in tropischen Ländern wie in Moschi, Tansania. Das Curriculum war unter Leitung von Prof. Elsner erstellt worden. Erste Zertifikate wurden 2014 bereits verliehen. In Zukunft soll dieses Zertifikat zu einem symbolischen Beitrag von 50,00  Euro und einer Laufzeit von 10 Jahren vergeben werden.

Zertifizierung Magistralrezepturen

Auch hier ist ein Curriculum definiert (Gehring, Staubach-Renz, Reimann et al)
Einer der ersten Kurse auch in Zusammenarbeit mit den Landesapothekerkammern wird auf der Tagung Dermatologische Praxis in Frankenthal 2015 angeboten. Sowohl die neuen Vorschriften der Apothekenbetriebsordnung als auch der Qualitätsbeleg von Rezepturen haben rechtliche wie auch Erstattungs- oder Regresskonsequenzen .Sie werden hier vermittelt.
Geltungsdauer soll 10 Jahre betragen, die Kosten:150,00  Euro.

Zertifizierung Wundmanagement

Nachdem ein Curriculum von Herrn Prof. Dissemont erstellt wurde fanden bereits Schulungen und Kongresse statt, die den Erwerb dieses Zertifikates ermöglichen. Wundmanagement ist trotz oft unzureichender Honorierung in der Praxis ein Thema das dem Fach teilweise droht verloren zu gehen in Richtung Diabetologie oder Chirurgie. Es ist unverzichtbar dass zumindest jene, die hier aktiv sind ihre Kompetenz auch klar darstellen können. Dies mag auch helfen außerbudgetäre Versorgungsverträge zu verhandeln. Das Zertifikat ist schon für 50  € und einer Laufzeit von 10 Jahren zu erwerben.

Zertifikat: Fortbildungsintensiver Arzt/Praxis

Alle zertifizierten Veranstaltungen wissenschaftlicher Gesellschaften, auch internationale Kongresse/Symposien können automatisch von der DDA angerechnet werden. Ausgeschlossen sind reine Firmenveranstaltungen und nicht-ärztliche Veranstaltungen. In der Summe kann auf Wunsch ein Jahresbeleg und ab bestimmten Punktzahlen ein Zertifikat für Intensive Fortbildungstätigkeit ausgehändigt werden.

Weiterhin wurde eine kostenfrei Lern CD Arzneimittelrichtlinien erstellt und verteilt, die zwar nicht gesondert zertifiziert wird aber für definierten Kenntnisstand sorgt.

Zertifizierung: Ambulantes Operieren

Basierend auf KV-Vorgaben - baulich, fachlich - muss noch als Selbsteingabe im Internet programmiert werden. Kosten  100 €, Geltungsdauer 5 Jahre bzw. - sofern in dieser Zeit die Voraussetzungen weiter gegeben sind - Prüfung durch Aufforderung zur Selbstauskunft.

 

Weiter fortgeführt werden das Zertifikat Lasertherapie, mit dem Curriculum erstellt von Prof. Paasch, zu 250 € für 10 Jahre und
Das Zertifikat Medizinisch-Dermatologische Kosmetologie zu gleichen Bedingungen, basierend auf dem Curriculuim von Prof. Gehring.

Auch für unsere medizinischen Assistenzberufe sind Zertifikate aufgelegt worden und schon 2014 fanden erste Kurse statt.
Dazu zählen derzeit die Zertifizierung: "Dermatologische Externa-Therapie für Pflegekräfte und Fachangestellte“, alle 10 Jahre sollen hier Punkte zur Rezertifizierung erworben werden und die Zertifizierung: "Berufsdermatologie für Pflegekräfte und Fachangestellte (DDA)“
Erstellt von Elsner, Aberer, Bauer, Diepgen, Drexler, Fartasch, John und Schuhmacher-Stock
Rezertifizierung: alle 10 Jahre

Zertifizierung: Medizinische Fachangestellter und von Krankenhauspersonal Zusatzqualifikation Dermato-Allergologie
Die Curricula sind noch in Arbeit, Kurse mit Curriculum entsprechenden Inhalten auch von der Industrie können aber bereits absolviert und Teilbescheinigungen angerechnet werden.
Es ist ein umfangreiches Schulungsprogramm für medizinische Fachangestellte mit den häufigsten Inhalten die bisher Praxisinhaber und Praxisangestellten für alle neuen Kräfte selbst erarbeiten mussten

Rezertifizierung:

Die mehr als 10 Jahre alten Laser- und Ästhetik-Zertifikate benötigen eine Auffrischung. Dazu reicht es aus spezifische Fortbildungen und Kongressteilnahmen zu belegen.
Den Modulen wurden Zeiteinheiten zugeordnet (Paasch) ein Kurs wurde veranstaltet und weitere sind geplant. Zur Rezertifizierung zu 250 € alle 10 Jahre sind 30 % der ursprünglich nachzuweisenden Punktzahl empfohlen.

Zertifikate

Verantwortlich

Besteht

Gebühr

Gültigkeit

Medizinisch-Dermatologische Kosmetologie

Prof. Gehring

ja

250 EUR (Rezertifizierung - 250 EUR)

10 Jahre

Dermatologische Lasertherapie

Prof. Paasch

ja

250 EUR (Rezertifizierung - 250 EUR)

10 Jahre

Wundmanagement

Prof. Dissemond

ja

50 EUR

10 Jahre

Tropen-und Reisedermatologie

Prof. Elsner

ja

50 EUR

10 Jahre

Berufsdermaologie für Pflegekräfte und Fachangestellte

Elsner/Herzberg

ja

75 EUR

10 Jahre

Auflichtmikroskopie

Dr. Kreusch

 

150 EUR

5 Jahre

Ambulantes Operieren

Dr. Strömer

 

100 EUR

5 Jahre

Psoriasis

Dr. Maaßen, Prof. Augustin

   

5 Jahre

Magistralrezepturen bzw. Dermatologische Rezepturen

Profs. Gehring, Staubach Renz et al

   

10 Jahre

Dermatologische Externatherapie für Pflegekräfte und Fachangestellte

Elsner

   

10 Jahre

Fragen und Antworten:

wozu soll man Zertifikate extra bezahlen.

Die Antwort lautet: damit wir die Zertifizierten auch bewerben können z.B. durch Listung auf unserer DDA Webseite, Links einrichten von den Homepages, Urkunden ausstellen und die Namen der Zertifizierten in die in verbandlicher Öffentlichkeitsarbeit einbinden können. Auch die Erstellung der Curricula, die Sichtung der eingereichten Unterlagen kostet Geld und manche andere administrative Arbeit, die aber letztlich ausschließlich den Zertifizierten nützt. Sollte dennoch etwas übrig bleiben so verwendet die DDA solche Gelder um Projekt zu finanzieren wie die Versorgungsforschung um Prof. Augustin welche unverzichtbare Daten liefert, um mit Kassen zu verhandeln und deren oft "schiefes" Bild unseres Faches zu korrigieren mit dem Effekt besserer Honorierung. Oder sie werden verwendet zur Unterstützung der Leitlinienarbeit zusammen mit der DDG oder zum Aufbau einer Kommunikationsplattform und Publikation sowie Meldung von Off label Einsatz von Medikamenten, ein besonders in unserem Fach immer brisanter werdendes Problem, das nicht einmal im Ansatz von der Industrie unterstützt werden darf. Wir wollen dafür sorgen therapeutische Freiheit zu bewahren, zu stärken und Regresse abzuwehren.

Ist das wieder eine neue und zusätzliche Regulierung, die keiner braucht?

Last but not least sei betont, dass alle diese Zertifikate auf keinen Fall neuen Fortbildungsaktivismus oder gar Druck und Zwang verursachen soll. Keiner erleidet direkte Nachteile, wenn er/sie davon keinen Gebrauch macht. Keiner muss alle oder mehrere erwerben. Es ist eher daran gedacht, jene spezielle Qualifikationen individuell herauszustellen, die sowieso eigene Schwerpunkte darstellen aber nicht ausreichend gezeigt werden können und für die man sich ohnehin schon weiterbildet. Die Curricula und Basiskurse ermöglichen dabei all jenen in ein Thema einzusteigen, die es noch nicht getan haben, also alles in allem sinnvolle Projekte.